Tashi delay!
Tibet, der Traum vieler Abenteurer, der Traum von Bergfans, von Naturfreunden. Tibet war ein Traum, der fuer uns Wirklichkeit geworden ist. In vielen Situationen in Tibet glaubten wir zu traeumen - im positiven und im negativen Sinn. Um unsere Eindruecke und unsere Empfindungen moeglichst so wiederzugeben, wie wir sie erlebt haben und um euch gleichzeitig eine Idee zu geben was in der heutigen Zeit Reisen in Tibet bedeutet, haben wir den Bericht diesmal in Form eines Tagebuchs geschrieben - viel Spass!
Tag 1: Ankunft in Lhasa (28.10.2009)
Frueh am Morgen brachen wir auf, zusammen mit einem Niederlaender (Leon) und einer Amerikanerin(Anne). Bald stellte sich heraus dass wir einen Teil der Tour zusammen machen werden – Mr. Chen(unser Travelagent) hat genau das Gegenteil behauptet (bezahlt hatten wir auch fuer eine private Tour), egal, die Gesellschaft war uns sehr angenehm, wir wollten nur nicht unsere Ziele wegen anderen Reisenden einschraenken muessen. Der Flug war wunderschoen, ganz viele Schneeberge, Gletscher und Seen und das karge tibetische Hochland.

Sobald dann die 7000er und die Wolken verschwinden sieht man das wirkliche Tibetische Hochland - trocken, karg und unbewohnt
Am Flughafen holte uns unser tibetischer Guide ab und empfing uns nach tibetischer Art mit Willkommensschleifen – echt super. Am Weg in die Stadt (60km) zeigte uns der Guide (Namso) eine Stelle mit Steinschnitzerein und erklaerte uns die Figuren. Echt cool.

Alte Sandsteinreliefs von grossen Buddhafiguren - der erste Kontakt mit der religioesen Kultur Tibets
Am Weg erfahren wir, dass er gar nichts von unserem Plan am Namtso Lake zu uebernachten wusste und er versuchte uns zu ueberzeugen, dass es dort sehr kalt sei und sowieso das einzige Hotel zu ist. Wir lassen uns nicht beirren und bestehen darauf dort zu schlafen. In Lhasa schliesslich fahren wir am echt einzigartigen, imposanten, perfekten Potala vorbei der am darauffolgenden Tag(unser Besichtigungstag) leider zu ist.

Der erste Blick - das Wahrzeichen Lhasas und eines der grossartigsten Bauwerke des alten Tibet - der Potala!
Wir aendern das Programm, uebermorgen werden wir ihn anschauen. Wir suchen uns ein Hotel, die anderen 2 bleiben im empfohlenen aber sehr teueren Kailash, wir sind im Kirey Hotel, etwas schaebiger aber der halbe Preis. Dann gehen wir in die Stadt wo wir uns mit Leon treffen.

Der Barkhor, das Viertel um den Jokhang, das wichtigste Heiligtum Tibets. Das ganze Viertel haben die Chinesen abgerissen und modern wiederaufgebaut...

Tja - unuebersehbar, wir sind in einem besetzten Land...wie lange Gewalt wohl den Willen der Tibeter noch unterdruecken kann...?
Wir machen eine Runde im Barkhor, dem Viertel um den Jokhang Tempel. Wunderbar, Pilger von allen Gebieten Tibets in den verschiedensten Trachten machen die Kora, drehen Gebetsmuehlen und murmeln Mantras, wunderschoen und stimmungsvoll, Wahnsinn.
Wir machen die Runde und lassen uns von den Eindruecken berieseln. Dabei kommen wir auch an der Moschee mit einer grossen Ansammlung von Moslems davor vorbei. Lustig, haetten wir gar nicht erwartet. Wir begegnen mehreren Pilgern, die die Kora prostrierend dh. mit ihrem Koerper ausmessen, beeindruckend und extrem stimmungsvoll. Wir geniessen den Sonnenuntergang am Jokhang, dann gehen wir nach Hause.

Der Jokhang - umgeben von Pilgern, die ihn die Kora machend im Uhrzeigersinn umwandern - wunderschoen in der klaren Luft des tibetischen Hochlands

DAs haetten wir nicht erwartet, mittem im Barkhor eine Moschee und viele Moslems (Maenner mit weisser Kappe)

...fuer manche Pilger ist die Kora um den Jokhang die Erfuellung aller Traume die sie je im Leben hatten

...Pilger von den verschiedensten Regionen Tibets mit den unterschiedlichsten Trachten (kombiniert mit Turnschuhen :-))

...dabei wird typischer tibetischer Praxissinn angewand - der Schlitz in der Hose ersetzt die Windel fuers Baby :-)

Aus den Gesichtern spricht der Stolz und Zuversicht die trotz 60 Jahren chinesischer Besatzung nicht verloren wurden

...die jungen TibeterInnen kombinieren traditionelle Tracht mit modernem Stil - was bleibt sind die durch die kalte Bergluft immer geroeteten Wangen :-)

...die unterschiedlichen Trachten der Pilger sind ein Traum - wir koennen uns gar nicht mehr losreissen...

Ruehrend mit welcher Hingabe besonders die aelteren Pilger ihre Runden drehen und sich den (wahrscheinlich) einzigen Lebenstraum erfuellen

...schliesslich reissen wir uns los von dem faszinierenden Schauspiel und nach einem letzten Foto gehts ins Hotel.
Tag 2: Sera Monastery, Norbulingka Sommerpalast und Drepung Monastery (29.10.2009)
Der Tag begann etwas stressig, da die Duschen erst um 8.30 Uhr und das Restaurant fuers Fruehstueck erst um 8 Uhr aufmachte. Punkt 8 Uhr standen wir im Restaurant und hofften bis halb 9 gefruehstueckt zu haben – naja in Tibet tickt die Zeit tibetisch, um halb 9 hatten wir grade mal einen Kaffee :-). Naja, um dreiviertel 9 dann ab in die Dusche und um punkt 9 standen wir auf der Matte. Gegen 10 nach 9 kam der Guide mit dem Motorrad und war verwundert dass der Fahrer noch nicht da war. Er kuemmert sich echt ruehrend um alles. Haben wir Gluck mit dem Guide!!!(glaubten wir…).
Dann gings zum Drepung Kloster, das vom Gruender der gelben Stadt (Lhasa) gegruendet wurde. Es war mit 10.000 Moenchen bis zum Zeitpunkt der Kulturellen Revolution das groesste Kloster der Welt. In der kulturellen Revolution wurde es zerstoert, viele Moenche umgebracht, vertrieben, gefangen genommen und oeffentlich gedemuetigt. Jetzt leben noch ca 30-40 Moenche da. Das Kloster ist wunderschoen an einem Berghang gelegen mit Blick auf Lhasa. Im Kloster wird am 1. Juli das grosse Rollbild (Tangka) mit dem aktuellen (present) Buddha (Siddharta) enthuellt.

Drepung die Klosterstadt - eines der drei maechtigsten Kloester Tibets, Schauplatz einer der drei grossen Pruefungen, die der Dalai Lama bei Amtsantritt ablegen muss.

Drepung ist eine Stadt in sich - Wohnungen, Kuechen und Tempel fuer 10.000 Moenche - hier unser Fuehrer am Bild

Wieder ein Beispiel fuer tibetischen Praxissinn - Wasserkochen fuer den Buttertee im Kloster mit einem Solarspiegel!

Meistens ist Fotographieren im Kloster verboten - in diesem Raum mit der Darstellung von ausgeweideten Opfertieren wars erlaubt

Wunderschoene Darstellungen, die in dem Fall wundersamerweise sogar die Kulturelle Revolution ueberstanden haben

Atemberaubender Ausblick vom Kloster auf Lhasa - wie schoen muss die Stadt gewesen sein als noch statt Industriegebieten Yaks auf den Wiesen grasten...
Wir haben heute einiges ueber den Buddhismus gelernt, der present(aktuelle) Buddha ist Siddharta, der Gruender des Buddhismus und es gibt mehrere Statuen des zukuenftigen (future) Buddha, von dem man hofft, dass er in ein paar Tausend Jahren kommen wird. Weiters ist der Dalai Lama die Manifestation des tausendarmigen, helfenden, friedvollen Buddhas (Avalokitesvara). Drepung war sehr schoen, wirkt aber aufgrund der riesigen Dimensionen (Kueche usw…fuer 10.000 Moenche) eher leer (mit den 30 Moenchen).
Dann gings weiter zum Norbulingka (Sommerpalast), der im Prinzip nix Besonderes ist, ein schoener Park mit einigen Palaesten. Verwundert nicht besonders, da der Palast ja im Jahre 1959 kurz vor der entgueltigen Flucht des Dalai Lama von den Chinesen per Artilleriebeschuss ueber die Koepfe von Tausenden, den Dalai Lama bewachenden Tibetern komplett zerstoert wurde. Er wurde wohl identisch wieder aufgebaut und ist viel westlicher und heller eingerichtet als der Potala – super war, dass wir die Radios, die auch im Film/Buch von Heinrich Harrer (7 Jahre in Tibet) vorkommen, sahen. Das RAdio hat Harrer repariert.

Der Norbulingka - die Sommerresidenz des DAlai Lama - man kann alle Raeume besichtigen aber nirgends findet sich ein Bild des eigentlichen Hausherren - die Bilder vom 13 Dalai Lama wurden verboten...

...auch im Norbulingka ist fotographieren verboten - scheinbar haelt sich aber niemand daran - Dani auch nicht - hier der Thronsaal des Dalai Lama
Interessant auch dass wir die Moenche sahen, die Tempelmauern bemalen und zwar mit weisser Farbe, die aus Milch, Zucker und Erdfarben gemacht wird. Man konnte die Milch richtig riechen. Der Legende nach kommt Ende Oktober ein Gott vom Himmel und dann werden alle Tempel bemalt und gesaeubert, um dem Gott einen guten Empfang zu bereiten.

Die weisse Farbe wird literweise mit Handpumpen auf die Waende verteilt - dementsprechend praezise ist das Resultat :-)
Dann gings zum Mittagessen in ein ziemlich touristisches Lokal – unser Fuehrer hatte es uns als ganz typisch tibetisches Lokal empfohlen - war okay aber nix Besonderes. Anschliessend fuhren wir zum Sera Kloster.
Sera gehoert zu den drei maechtigsten Kloestern Tibets mit Ganden und Drepung - ein neuer Dalai Lama muss in jedem der drei Kloester schwere pilosophische Pruefungen ablegen und Streitgespraeche mit dem Abt absolvieren. Kurz vor dem chinesischen Einmarsch hatten die, mit den Chinesen sympatisierenden Sera Moenche, sich gegen Lhasa aufgelehnt - die tibetischen Truppen eroberten daraufhin das Kloster und zerstoerten es teilweise.
…………………………………………………………………………………..
Das Kloster ist vor allem fuer seine Colleges und seine philosophischen Streitgespraeche beruehmt, die jeden Tag um 15 Uhr fuer 2 Stunden stattfinden. Zuerst gings ins Sera-Je college, wo wir eine Segnung von dem Beschuetzergott (mit Pferdekopf) in Form eines schwarzen Strichs auf der Nase erhielten. Das soll vor Unfaellen und Unglueck schuetzen.
Dann gings in die grosse Versammlungshalle, wo wir am Dach wieder eine Segnung erhielten und zwar wurde ein Stab auf die Brust einer BuddhaStatue (Avalokitesvara) gesteckt, wobei ein Ende auf der Brust, das andere Ende auf unser Stirn war. Ein Moench murmelte Mantras dabei. Vom Dach hatte man eine wunderschoene Aussicht auf die umliegenden Berge.
Dann gings in den Park wo die Streitgespraeche stattfanden. Sehr interessant. Ein Moech stand vor 2 anderen die am Boden sassen und stellte ihnen Fragen. Wenn diese die Fragen nicht beantworten konnten, klatschte der Fragesteller in die Haende, hatte somit gewonnen. Sehr spannend zu beobachten.

...der stehende Moench stellt die Fragen und klatscht in die Haende wenn der sitzende Moench die Antwort nicht weiss :-)

Auch Sera besitzt ein grosses Gebaude an dem fuer einem Tag am 1. Juli das grosse Thangka (Buddhabild) enthuellt wird
Wir machten noch eine Runde im Kloster, dann gings zurueck nach Lhasa, wo wir noch Speicherkarten kauften. Anschliessend machten wir noch eine Runde im Barkhor, schlenderten durch Staende mit Jakkaese, Jakbutter, Jakfleisch und Jackjoghurt, sahen den Pilgern bei der Kora zu, machten ein paar Fotos, schauten wegen Souvenirs, aergerten uns ueber allzu schamlos und ohne Respekt vor den betenden Pilgern fotographierende Touristen, kauften ein und gingen schliesslich nach Hause.

...natuerlich Yakbutter in grossen Mengen - fuer den Buttertee (Tibeter trinken ca 60 Tassen pro Tag!) fuer die Butterlampen im Tempel und auch fuers Kochen.

...manche Pilgergesichter und gebaeugte Ruecken erzahlen vom harten Leben in der tibetischen Hochebene...

Die vielen Gewandschichten und das Einreiben der Haut mit Yakbutter schuetzt for Sonne und der Kaelte

Chinesische Touristen beim respektlosen Fotografieren der Pilger...grrrrr - wir aergern uns noch immer. Leider waren viele westliche Touristen um nichts besser

...weitgereiste Pilger prostrieren mit tibetischen Praxissinn - bewehrt mit Holzplatten auf Haenden und Knien lassen sie sich mit viel Schwung zu Boden fallen um moeglichst viel Strecke rutschend zurueckzulegen :-)
Morgen warten der Potala, der Jokang und ev. der Ramoche Tempel auf uns. Sind schon gespannt – aber heute ganz schoen muede :-).
Hallo, ihr Lieben, ja Tibet ist das Land, welches ich in meinem jetzigen Leben wirklich einmal besuchen werde. Bin sehr angetan vom Bericht und von den Bildern. Wenn es möglich wäre den Geruch und die Geräusche über Internet zu transportieren, wäre es perfekt! Ich bin gerne mit euch auf der Bilderreise und wünsche euch viel Gutes, Schönes und drück euch warm! Angelika
endlich melde ich mich auch wieder, war lange unterwegs- leider nicht im Tibet. Eure Berichte sind so informativ, spannend, die Bilder beeindruckend. Danke, danke!!Interessieren tut mich schon, ob das Yakfett so stinkt (riecht), wie man das so hört.Die ganze Gegend soll davon riechen. Fein, dass ihr mit dem Buddismus vertraut seid, werde euch ausquetschen.Gluschtn tu ich ungemein!!Wünsche euch weiterhin eine schöne Zeit!
troublesome@barbarians.diego” rel=”nofollow”>.…
tnx for info!!…